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Pünktlich um zehn Uhr ging es am
30. September los mit der Herbstreise
der Singknaben. Nebst Unmengen
an Gepäck, 44 Sängern, zwei
Dirigenten und einem Busfahrer war
dieses Mal auch ein neuer Reiseleiter
mit von der Partie: Jean-Pierre
Neuhaus, er selbst wiederum mit
einer grossen Menge an Überraschungen
im Koffer.
Mit einer Mittagspause in Colmar
und einem ersten Konzert im französischen
Nancy tastete sich der Chor
langsam aber sicher in Richtung
Belgien, jedoch nicht ohne noch
einen kleinen Abstecher nach
Luxembourg gemacht zu haben, das
sich am Sonntagmorgen als verschlafenes
Städtchen präsentierte.
Auf dem Weg nach Namur, der ersten
belgischen Station, kam man nicht
umhin, den Grotten von Han-sur-
Lesse einen Besuch abzustatten,
inklusive Höhlenbootsfahrt und
Höhlenständchen.

Bei strahlendem Wetter und einer steifen
Brise ging es weiter nach Oostende, wo
sich einige Sänger mutig in die Brandung
stürzten. Die Mehrheit beliess es jedoch
beim Muscheln suchen, Strandfussball
spielen oder Möwen jagen. Die Station
des Abends hiess Waterloo. Der dort
ansässige Chor «Les Pastoureaux» besuchte
Solothurn im vergangenen Jahr und
nun nahm er im Gegenzug die Singknaben
für zwei Tage bei sich auf.Der eine
dieser zwei Tage war konzertfrei; die perfekte
Gelegeneit für einen Ausflug nach
Brüssel, das in nur einem Tag natürlich
nicht ganz erkundet wird. Doch ob
Atomium, Manneken Pis, Königspalast
oder die Altstadt mit dem pompösen
Rathaus, die Europastadt hinterliess bei
allen Singknaben einen faszinierenden
Eindruck. In Waterloo blieb noch das
Schlachtfeld zu besichtigen,wo Napoleon
einst gegen Wellington und Blücher den
Kürzeren zog.
Von Namur ging es weiter nach Aalst,
abermals mit einem Umweg, diesmal über
Antwerpen, wo der Chor in den Genuss
einer Rundfahrt durch den viertgrössten
Hafen der Welt kam. In Aalst selbst, einer
Kleinstadt im flämischen Teil Belgiens,
stellten einige Sänger fest, dass man als
Deutschschweizer durchaus in der Lage
ist, einige Bruchstücke dieser belgischen
Sprache zu verstehen.
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Dann stand auch schon der nächste
Konzertort auf dem Programm: Zele und
Berlaare, beide Ortschaften zusammengerechnet
ein 3000-Seelen-Örtchen, das es
sich aber nicht nehmen liess, die grösste
Zuhörerzahl zu stellen. Die Singknaben
dankten es ihnen mit einem gelungenen
Konzert. Das bunte Programm gefiel sowohl
den Sängern als auch dem Publikum und
das wunderbare Lautenspiel von Agileu
Motta tat sein Übriges.

Als letzter Ort der Reise wurde Lessines
besucht. Auch an diesem Reisetag stand
noch eine Überraschung auf dem Programm.
Die Sänger erkundeten den «Park
Paradisio», ein Wildtierzoo und eine Show
mit flinken Falken und grossen Geiern.

Schliesslich war die Woche vergangen,
und es stand nur noch der lange
Heimweg nach Solothurn bevor, den
man müde aber zufrieden unter die
Räder nahm. Es bleiben die Erinnerungen
an eine wundervolle Woche und
Dank an Peter Scherer und Andreas
Reize, die den Chor jeden Abend zu
musikalischen Höchstleistungen motivierten.
Ein besonders grosses Dankeschön
geht an Jean-Pierre Neuhaus, der
die Singknaben auf seinem Tourneedebut
mit grosser Geduld und viel
Enthusiasmus durch Belgien führte.
Gabriel Sollberger
> zu den Bildern der Tournee 2006
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