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Zum ersten Mal fand das Frühlingslager der Singknaben in Vira am Südufer des Lago Maggiore statt. Zwar immer noch mit Blick auf den Lago Maggiore, jedoch nicht mehr aus einer Entfernung von 2km sondern gleich einen Steinwurf vom Lagerhaus entfernt.

Noch zwei Tage bevor die Sängerschar das neue Lagerhaus in Beschlag nahm, montierte der Bodenleger die letzten Fussleisten. Am Karfreitag fuhren die Lagerleiter mit einem Klavier im Gepäck in den Süden, wobei sie von Stau und Schneestürmen jenseits des Gotthards überrascht wurden. In Vira schraubten sie die letzten Tische zusammen und machten das Haus wohnlich. So hatten sie Gelegenheit, bereits die Lagerluft zu schnuppern und das Dorf kennenzulernen. Die Dorfbewohner ihrerseits machten die ersten Begegnungen mit den Singknaben, etwa, als das Klavier mit einem Kranwagen durch ein Fenster im ersten Stock der Casa Azzurra gehievt wurde, ein Unterfangen, das wahrlich das halbe Dorf auf die Strasse lockte.

Am Ostermontag in der Früh brach die erste Gruppe, geleitet von Daniel Suter und Tobias Nussbaumer, auf, um die Casa Azzurra und Vira als erste auf deren Lagerfestigkeit zu testen. Nach einer kurzweiligen Zugreise kam die 20-köpfige Schar in Cadenazzo an, wo sie auf das Postauto, welches mit seinen 24 Plätzen in Bezug auf Singknabenkompatibilität höchstens ein "genügend" erhält, umstieg. In Vira angekommen und von der Hausleitung an der Postautostation abgeholt, hiess es schon zum ersten Mal "Mahlzeit". Peter Scherer sorgte die ganzen zwei Wochen für die Verpflegung und verwöhnte die Sänger mit erstklassiger Kost.

Nachdem die Gruppen ihre Zimmer bezogen und die Betten "ausprobiert hatten, gab es eine Führung durch das Dorf inklusive Spaziergang entlang dem Lago Maggiore. Die Sicht auf den See trägt viel zum Charme Viras bei. Der Blick auf die spiegelnde Fläche, auf das gegenüberliegende Locarno, ist im Frühling, wenn man den ganzen Strand und - so hat man das Gefühl - den ganzen See für sich hat, einzigartig. Gleich an der Seepromenade liegt auch der Basketballplatz und eine Schifflände. Bereits rege benutzt, die Schiffslände beim Ausflug auf die Insel Brissago und der Sportplatz bei schönem Wetter, was leider in der ersten Woche eher selten war. Die zweite Woche zeigte sich dagegen etwas sonniger udn frühlingshafter.

Die Casa Azzurra liegt mitten im Dorfkern von Vira. So hatte der Chor Gelegenheit, Kontakte zu den Dorfbewohnern - auch zur Dorfjugend - zu knüpfen, was nicht zuletzt durch den Gesang gefördert wurde, den man im ganzen Dorf hören konnte. Neben viel Freizeit standen ein bis zwei Proben täglich uf dem Programm, in denen die Sänger Motetten von Johannes Brahms und Heinrich Schütz erarbeiteten. Am Sonntagmorgen hiess es früh aufstehen, um bereits die Heimreise anzutreten und der anderen Gruppe unter der Leitung von Michael Vescovi und Gabriel Sollberger Platz zu machen.

Beide Gruppen können auf eine schöne, zum Teil turbulente Singwoche zurückblicken, und die Sänger des kleinen Chores freuen sich schon jetzt auf die Singwoche im Sommer, in welcher der Lago Maggiore auch noch auf seine Singknabenstrandbadtauglichkeit hin geprüft werden soll.


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